Energieeinsparverordnung

um Energiesparen gibt es gute Gründe. Es sind nicht nur die Kosten, die uns motivieren sollten dies zu tun sondern auch der nachhaltige Umgang mit Ressourcen. Wir haben als Verbraucher – egal ob als Mieter oder als Eigentümer von einer Wohnung oder einem Haus – dazu etliche Möglichkeiten. Das größte Einsparpotenzial bei privaten Haushalten liegt im Bereich der Raumwärme und des Warmwassers. Der durchschnittliche Energieverbrauch eines Haushalts ist jedoch komplex und abhängig von der Personenzahl, der Unterscheidung zwischen Wohnung, Einfamilienhaus oder Mehrfamilienhaus, dem Sanierungsstand, dem Baujahr des Gebäudes, der Brennstoffart und vor allem von dem individuellen Verhalten.

 

Seit dem 01.05.2014 verpflichtet die Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) die Eigentümer eines Hauses oder einer Wohnung für alle beheizten Gebäude (ausgenommen sind Baudenkmäler), die verkauft oder neu vermietet werden, einen Energieausweis vorzulegen. Dieser soll Auskunft über künftig anfallende Energiekosten aber auch Hinweise auf Einsparpotentiale liefern. Schon beim ersten Besichtigungstermin ist der Energieausweis vorzulegen und dem Käufer bzw. Mieter nach Vertragsunterzeichnung im Original bzw. als Kopie auszuhändigen. Wer dies nicht tut, begeht nach EnEV 2014 eine Ordnungswidrigkeit und riskiert ein Bußgeld in Höhe von 15.000 Euro. Das gilt übrigens auch, wenn dem Energieberater falsche Daten zur Verfügung gestellt werden.

Den Energieausweis gibt es in zwei Ausführungen: Der verbrauchsorientierte Energieausweis (Verbrauchsausweis) bezieht sich auf die Heizkostenabrechnungen der Bewohner der letzten drei Jahre und steht in direktem Zusammenhang mit dem Nutzerverhalten. Für den weitaus aufwändigeren bedarfsorientierten Energieausweis (Bedarfsausweis) ist eine Baudiagnose notwendig. Hierbei werden die energetische Qualität sowie der Zustand der Bausubstanz und der Haustechnik betrachtet. Der Energieberater gibt Hinweise zur Modernisierung, deren Umsetzungen zwar ratsam und wertsteigernd aber nicht verpflichtend sind. Erfüllt das Gebäude die Anforderungen der Wärmeschutzverordnung von 1977 ist die Erstellung des Verbrauchsausweises unter Angabe der witterungsbereinigten Verbrauchsdaten möglich. Bei Neubauten ist der Energiebedarfsausweis allerdings verpflichtend. Ab der Ausstellung haben die Energieausweise eine Gültigkeit von zehn Jahren. Es ist keine Verlängerung möglich.

 

Wird ein Haus bzw. eine Wohnung nicht neu vermietet oder verkauft, besteht auch keine Verpflichtung einen Energieausweis ausstellen zu lassen.

 

Ab 2016 verschärfte Auflagen für Heizung und Dämmung gemäß der Energieeinsparverodnung

 

Ab dem Jahr 2016 gelten entsprechend der in 2014 beschlossenen Energieeinsparverordnung nun auch neue verschärfte Standards in Bezug auf Heizung und Dämmung. Der Primärenergiebedarf muss bei Neubauten um 25 Prozent niedriger sein als bisher zulässig. Auch Besitzer von Bestandsimmobilien sind betroffen: alte Öl- und Gasheizkessel aus der Zeit bis 1986 müssen ersetzt werden sofern es sich nicht um Niedertemperatur- und Brennwertkessel handelt. Bewohnen Sie selbst seit Anfang 2002 das Ein- oder Zweifamilienhaus sind Sie von dieser Regelung ebenfalls nicht betroffen.

 

Weiterhin sind ungedämmte Dachgeschosse in Mietshäusern nicht mehr zulässig. Der Wärmeverlust der Gebäudehülle wird begrenzt. Der Wärmeduchgangskoeffizent (welcher die Wärmemenge ausdrückt der durch die Wand nach draußen strömt) darf maximal 0,24 W/(m²K) betragen. Auch Heizungs- und Warmwasserrohre, die durch unbeheizte Räume verlaufen, müssen nun gedämmt werden. All diese Maßnahmen sind für Eigentümer erst einmal teuer und werden deshalb von Bund und Ländern gefördert. Lesen Sie hierzu einfach mal weiter unter "Förderprogramme".

 

(Die Angaben dienen der reinen Information und sind ohne Wertung und Gewähr.)